Sammel deine Knochen

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Auf einer Seifenkiste an der Ecke der II. Avenue und der Houston steht vor dem Cosmopolitan Cafe ein Mann und wettert: “Diese Burschen , Leute - genau solche Lohnsklaven, wie ich einer gewesen bin - sie setzen euch das Knie auf die Brust - sie reißen euch die Bissen vom Mund. Wo sind denn alle die hübschen, jungen Mädels, die ich früher einmal über den Boulevard spazieren sah? Sucht sie in den Vorstadtkabaretts… Sie pressen uns aus wie die Zitronen, liebe Freunde… Kollegen, Arbeiter - Sklaven sollte ich lieber sagen… Sie stehlen uns die Arbeit, die Ideen und die Frauen… Sie bauen ihre Ritzhotels und ihre Millionärsclubs und ihre Dollarmillionentheater und ihre Schlachtschiffe und was lassen sie uns übrig? …uns lassen sie die Berufskrankheiten übrig und die Rachitis und einen Haufen schmutziger Straßen voller Mülleimer… Ihr seht blaß aus Kollegen… Euch fehlt Blut… Warum pumpt ihr euch nicht ein bisschen Blut in die Adern? …Die armen Leute im finsteren Russland - sie sind gar nicht so viel ärmer als wir - glauben an Vampire, Dinger, die Nachts an einen rangehen und einem das Blut aussaugen… Und das ist eben der Kapitalismus, ein Vampir, der euch das Blut aussaugt - Tag und Nacht…

- John Dos Passos: “Manhattan Transfer”, S.211/212

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