Sammel deine Knochen

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Posts tagged with "Liebe"

Mai 9

Ein Großteil der Wunden rührt für mich aus dem Stereotyp her: ich bin gezwungen, mich zum Liebenden zu machen wie alle Welt: eifersüchtig, verlassen, betrogen zu sein wie alle Welt auch. Wenn aber die Beziehung originell ist, wird das Stereotyp erschüttert, überwunden, außer Kraft gesetzt, und die Eifersucht beispielsweise hat keinen Raum mehr in dieser Beziehung ohne Ort, ohne topos, ohne topo - ohne Diskurs.

- Roland Barthes: “Fragmente einer Sprache der Liebe”, S.46

Mai 8

Liebe ist Scherben fressen und warten, wieviel Blut man dann kotzt.

- Casper

Hab keine Angst vor den barfüßigen Mädchen, verachte sie nicht, Perlen sind das oft!

- Fjodor Dostojewskij: “Die Brüder Karamasow I”, S.213

Ich tue Dinge für dich, die ich hasse. Das bedeutet es, jemanden zu lieben.

- Jonathan Safran Foer: “Alles ist erleuchtet”, S.46

Liebe und Hass sind zwei Hörner derselben Ziege!

- The Help

Seine Liebe ist der Sprung aus dem zwanzigsten Stock, ist der Strick um den Hals, ist das Messer auf dem Weg zum Herzen.

- Sylvia Plath: “Johnny Panic und die Bibel der Träume”, S.155

Liebe ist Masochismus. Ihr Schrei, ihre Klage, die süße Unruhe, das Bangen der Liebenden, dieser Zustand der Erwartung, dieser latente, verhüllte, nur angedeutete Schmerz, die tausend Sorgen, wenn das geliebte Wesen fern ist, dieses Gefühl der Vergänglichkeit, der Reizbarkeit, die Launen, die Hirngespinste, die Kindereien, die seelische Folter, bei der die Eiltelkeit und die Eigenliebe ihre Rolle spielen, die Ehre, die Erziehung, die Scham, das Auf und Ab der nervlichen Anspannung, diese Schwärmerei, der Fetichismus, die grausame Wachheit der Sinne, die wühlen und schürfen, dieser tiefe Fall, die totale Entkräftung, die Entwürdigung, das ständige Verlieren und Wiedererobern der Persönlichkeit, dieses Gestammel, Worte, Sätze, der ewige Diminutiv, diese Vertraulichkeit, das Zögern bei jeder Berührung, dieses epileptische Zittern, die ständigen tausendmal wiederholten Rückfälle, diese ganze aufgepeitschte, immer heftiger werdende Leidenschaft, die um sich greift, eine Katastrophe, bis zur vollständigen Aufgabe, zur absoluten Vernichtung, der Seele, bis zur Erschlaffung aller Sinne, bis zur Erschöpfung des Marks, zur Leere des Gehirns, bis zur Taubheit des Herzens, dieser Drang zu vernichten, zu zerstören, zu verstümmeln, sich zu verströmen, dieses Bedürfnis nach Vergötterung, nach mystischer Verklärung, diese Ungestilltheit, die zu einer Überreizung der Schleimhäute, zu Geschmacksverirrungen, vasomotorischen oder peripheren Störungen führt und Eifersucht, Rachgier, Verbrechen, Lüge und Untreue auf den Plan ruft, dieser Götzendienst, die unheilbare Melancholie, die Apathie, das tiefe seelische Elend, der herzzerreißende, tödliche Verdacht, die Verzweiflung - all diese Stigmata, sind das nicht genau die Symptome der Liebe, nach denen man die Diagnose stellen und ohne weiteres das klinische Bild des Masochismus entwerfen kann?

- Blaise Cendrars. “Moloch”, S.65/66

Ich habe nichts zu sagen. Mir ist, als wären keine Worte mehr in mir. Ich gebe ihr das Glas und setze mich auf den Stuhl. Ich trinke und denke, es wir nie wieder sein wie früher.

- Raymond Carver: “Pavillon”, in “Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden”, S.41

Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn.
[…]
Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.

- Friedrich Nietzsche: “Also sprach Zarathustra”, S.49

Can you understand? Someone, somewhere, can you understand me a little, love me a little? For all my despair, for all my ideals, for all that - I love life. But it is hard, and I have so much - so very much to learn.

- Sylvia Plath (via annitaaaaa)

Auch Mack und die Jungens drehen sich freischwebend in ihren Bahnen. Sie sind die Grazien, die Reize, die Tugenden in dem verrückten Wirbel von Monterey, im Kosmos und Chaos der Staaten, darinnen Menschen in Hunger und Angst sich im Kampf um Nahrung und Sicherheit ihren Magen verderben und Leute, hungernd nach Liebe, alles rings um sich her zerstören, was liebenswert ist. Mack und die Jungens sind Grazien, Reize und Tugenden. In einer Welt, die beherrscht ist von schwärenbedeckten Panthern, benagt von Aaskäfern und blinden Schakalen, von brünstigen Bullen mißbraucht, speisen Mack und die Jungens köstlich mit Tigern, liebkosen die tollen Färsen und wickeln Brosamen ein, um die Seemöwen von Cannery Row zu füttern. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne und säße in deren Besitz mit einem Magenkrebs, Sodbrennen und Prostataschwellung! - Mack und die Jungens meiden die Fallen, machen einen Bogen um Gifte und steigen hinweg über Schlingen und Fallstricke. Und währenddem beschimpft sie eine Generation von vergifteten, eingefangenen, überfütterten Leuten und nennt sie Taugenichtse, Windhunde, Diebsgesindel, Stromer, Halunken, mit euch nimmt`s noch ein böses Ende, ihr Schandfleck der Stadt!

- John Steinbeck: “Die Straße der Ölsardinen”, S.16

Stop all the clocks, cut off the telephone,
Prevent the dog from barking with a juicy bone,
Silence the pianos and with muffled drum
Bring out the coffin, let the mourners come.

Let aeroplanes circle moaning overhead
Scribbling on the sky the message He Is Dead,
Put crepe bows round the white necks of the public doves,
Let the traffic policemen wear black cotton gloves.

He was my North, my South, my East and West,
My working week and my Sunday rest,
My noon, my midnight, my talk, my song;
I thought that love would last forever; I was wrong.

The stars are not wanted now; put out every one:
Pack up the moon and dismantle the sun;
Pour away the ocean and sweep up the woods:
For nothing now can ever come to any good.

- W.H. Auden: “Funeral Blues”

Irgendwann verliebst du dich in diesen Jungen und er berührt dich mit seinen Fingern und mit seinem Mund brennt er dir Löcher in deine Haut und es tut weh, wenn du ihn ansiehst, und es tut weh, wenn du ihn nicht ansiehst, und es fühlt sich an, als würde dich jemand mit einer Glasscherbe aufschlitzen.

- Tracey Fragments

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